B2B or not to be?

Schluss. Ich kann's nicht mehr hören. Dieses ewige "Aber im B2B funktioniert das nicht". Von was reden die da eigentlich. Viele Marketingexperten und -berater tun doch tatsächlich immer noch so, als würden Unternehmen untereinander Geschäfte machen. Wie stelle ich mir das genau vor? Die Bank neigt huldvoll ihren Jugenstil-Giebel zum Gruß, aus dem Hinterausgang kommen mehrer Geldkoffer heraus gewackelt und das Baustoff-Unternehmen bedankt sich für den Kredit mit einem von der Baustelle winkendem Kran.

 

 

 

Hallo?

 

Fabian Schuster (Name geändert. d.Red.) hat vor vier Jahren seine große Liebe geheiratet. Laura. Ihre gemeinsame Tochter Sophie ist seit einem halben Jahr im Kindergarten und hat dort bereist eine beste Freundin. Fabian ist leidenschaftlicher Formel1-Fan. den Besuch in Hockenheim kann er sich allerdings nur alle vier Jahre leisten. Vor allem, weil der Sparstrumpf für das erträumte Eigenheim auf dem Land noch nciht voll genug ist. Von Beruf ist Fabian Leiter der Firmenkredit-Abteilung bei einer großen Privatbank. Gestern hat er seinem Freund und Kunden Bernd Schallhausen (Name geändert d. Red.), dem Inhaber eines großen Baustoff-Unternehmens, nach intensiver Prüfung eine Anschluss-Finanzierung genehmigt.

 

Szenenwechsel

 

Peter Hausmann (Name geändert d. Red.) ist Inhaber einer Kommunikationsagentur in Freiburg. Letzte Woche war Bernd mit ein paar Freunden bei "Rock am Ring". Da lief er zufällig Stefan Koller (Name geändert d. Red.) über den Weg. Weil beide absolute Coldplay-Fans sind, standen sie gemeinsam in Reihe eins. Nach dem Konzert kümmerten sie sich um die verbliebenen Biervorrat vor dem Zelt und quatschten über Gott, die Welt und alte Zeiten. Weil sie sich so gut vertstanden haben, und um das nächste Mal gemeinsam hin zu fahren, haben sie sich auf facebook und XING verlinkt. Müßig zu erwähnen, dass Stefan im Marketing eines Großkonzerns arbeitet. Und jetzt ratet mal, wenn er angerufen hat, als sein Chef ihm neulich den Auftrag gab, nach einer neuen Agentur Ausschau zu halten.

 

Muss ich weiter schreiben?

 

Ihr wisst, was ich meine. Geschäfte werden von Mensch zu Mensch gemacht. Immer. Auf Basis von Sympathie, gleichen Werten und dem daraus resultierenden Vertrauen. Und nicht, weil der Kran besonders gut zur Fassade der Bank passt oder die Arzneimittel-Packung sich gut mit den Schreibtischen in der Agentur versteht.

 

 

So what? Was genau funktioniert hier nicht im "B2B?